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Test Lenovo ThinkPad E480 (i5-8250U, RX 550) Laptop

Das ThinkPad E480 ist ein verlockendes Notebook mit leistungsstarken Komponenten für einen günstigen Preis. Allerdings sollte man sich nicht von einem Datenblatt bzw. der Theorie blenden lassen: Am Ende kommt es immer noch auf die Leistung in der Praxis an.

Tatsächlich hat das E480 viele Werte, die für das günstige ThinkPad sprechen. Dazu gehört das runderneuerte Gehäuse, das uns mit seiner Qualität überzeugt. Ebenfalls auf der Haben-Seite befinden sich die Eingabegeräte. In der Kategorie, in der ThinkPads traditionell stark sind, leistet sich auch das E480 kaum Fehler. Vor allem die Backlight-Tastatur ist richtig gut, genau wie der TrackPoint. Das Touchpad hingegen ist nicht ganz perfekt, aber dank der Windows-Precision-Treiber immerhin sehr präzise. Bei den Anschlüssen gefällt uns gut, dass Lenovo endlich auch bei der E-Serie auf USB-Typ-C setzt, zumal der Anschluss beim E480 alle möglichen Features bietet – bis auf Thunderbolt. Vorbildlich ist die Erweiterbarkeit, denn das E480 hat nicht nur zwei RAM-Slots, sondern auch einen leeren Slot für eine 2,5-Zoll-Festplatte oder SSD. Ein weiterer positiver Punkt ist das Display: Es ist nicht außergewöhnlich gut, aber es ist ein matter IPS-Bildschirm mit guten Kontrast-Werten und keinen wirklichen Schwächen – außer der Farbraumabdeckung, was in dem Preisbereich aber normal ist.

Die negativen Punkte sind vor allem mit den inneren Werten des E480 verbunden, wenn auch nicht ausschließlich. Kritikwürdig ist zum Beispiel, dass Lenovo einen MicroSD-Kartenslot einsetzt, obwohl mehr als genug Platz für einen SD-Kartenslot da wäre. Schlimmer ist die verbaute SSD, die für eine PCIe-NVMe-SSD viel zu langsam ist und fast als Etiketten-Schwindel bezeichnet werden muss, da sie von SATA-III-SSDs geschlagen wird. Doch das größte Problem des E480 ist das Kühlsystem, das mit den Komponenten absolut überfordert ist. Das äußert sich nicht unbedingt in Leistungseinbrüchen im Alltag, sondern vielmehr in einem nervigen Lüfter und viel zu hohen Temperaturen an der Außenseite: 71,6 °C sind ein Spitzenwert, den wir so bei keinem Notebook messen wollen. Im Vergleich mit diesem negativen Highlight, das potenziell Verbrennungen beim Nutzer bedeutet, sind unsere weiteren Kontra-Punkte, die mittelmäßige Akkulaufzeit, die Reduzierung der GPU-Leistung im Akkubetrieb und die kurze Garantiedauer, fast schon unbedeutend.

Finger weg: Wer sich nicht gerade den Schoß verbrennen will, sollte das ThinkPad E480 in der Konfiguration mit AMD-GPU meiden.

Das E480, so gut dessen Preis-Leistungs-Verhältnis auch ist, kann von uns in dieser Konfiguration keine Empfehlung bekommen. Natürlich: Die Temperaturen wurden im Stresstest gemessen. Aber auch bei Spielen dürfte sich das Gehäuse ebenfalls in einem ähnlichen Maß erwärmen. Wir raten vom E480 mit AMD-Grafik wegen einer potenziellen Gesundheitsgefährdung ab.

Dieses Fazit ist sehr bedauerlich, denn das E480 hat durchaus Potenzial. Interessant wäre vor allem, wie die Version ohne AMD-GPU abschneidet – wir vermuten, dass das Gehäuse deutlich kühler bleibt. Somit könnte das E480 in einer Konfiguration mit der Intel UHD 620 eventuell doch eine Empfehlung wert sein. Ein entsprechendes Testgerät ist bereits auf dem Weg zu uns. Ansonsten kann man aber auch zu Alternativen von anderen Herstellern wie dem HP ProBook 440 G5 oder Dell Latitude 3490 greifen.

Update BIOS 1.14: Mit der BIOS-Version 1.14 hat Lenovo die Leistung der dedizierten Radeon-GPU massiv gedrosselt. Das wirkt sich zwar positiv auf die Temperaturen aus, doch die Grafikleistung ist nur noch marginal oberhalb der integrierten UHD Graphics 620. Hier hätte Lenovo die dGPU eigentlich auch direkt deaktivieren können. Die Kühlung des ThinkPad E480 ist schlichtweg zu schwach für Konfigurationen mit einer dedizierten Grafikkarte. Unsere Empfehlung lautet daher nach wie vor, zu einem Modell ohne die Radeon-GPU zu greifen.

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