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Test Lenovo ThinkPad P51s (Core i7, 4k) Workstation

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Mit dem Thinkpad P51s liegt uns der Nachfolger des Thinkpad P50s vor. Bei beiden Geräten handelt es sich um mobile 15,6-Zoll-Workstations aus dem Einstiegsbereich. Baugleich sind die beiden Geräte nicht. Während das P50s auf dem Thinkpad W550 basiert, handelt es sich beim P51s um ein baugleiches Schwestermodell des Thinkpad T570. Letzteres haben wir schon mehrfach getestet. Das umfasst auch eine Variante mit 4k-Bildschirm und GeForce-940MX-Grafikkern. Auf dieser Variante basiert unser Testmodell des P51s. Zu den Konkurrenten des Rechners zählen Geräte wie das HP ZBook Studio G3 und das Dell Precision 5520 UHD.

Da das Thinkpad P51s und das Thinkpad T570 baugleich sind, gehen wir nicht weiter auf das Gehäuse, die Ausstattung, die Eingabegeräte, das Display und die Lautsprecher ein. Entsprechende Informationen können den Testberichten des Thinkpad T570-20HAS01E00 (Core i7, 4k) und des Thinkpad T570-20H90002GE (Core i5, Full-HD) entnommen werden.

Lenovo bietet mit der Thinkpad-P51s-Reihe eine Serie von mobilen Einstiegs-Workstations im 15,6-Zoll Format. Unser Testgerät ist für etwa 2.300 Euro zu haben. Andere Ausstattungsvarianten sind verfügbar. Für das aktuell günstigste Modell müssen ca. 1.730 Euro hingeblättert werden.

Im Inneren des Thinkpad findet sich mit dem Core i7-7600U (Kaby Lake) Zweikernprozessor eine der stärksten ULV-CPUs (TDP: 15 Watt), die Intel zurzeit im Sortiment führt. Die CPU gibt in allen Anwendungsgebieten eine gute Figur ab. Nutzer, die mehr Multi-Thread-Rechenleistung benötigen, greifen zu einem Thinkpad-P51-Modell. Diese Modelle sind mit Vierkernprozessoren zu bekommen. Der im P51s verbaute 7600U Prozessor arbeitet mit einer Basisgeschwindigkeit von 2,9 GHz. Mittels Turbo ist eine Steigerung auf bis zu 3,9 GHz (beide Kerne) möglich.

Die von uns durchgeführten CPU-Tests bearbeitet der Prozessor mit 3,5 bis 3,9 GHz (Multi-Thread) bzw. 3,7 bis 3,9 GHz (Single-Thread) – allerdings gilt das nur für den Netzbetrieb. Im Akkubetrieb sinken die Taktraten auf 1,8 bis 2,4 GHz (Single- und Multi-Thread). Der Grund: Während die TDP im Netzbetrieb auf bis zu 25 Watt ausgedehnt werden kann, begrenzt Lenovo sie im Akkubetrieb auf 8 bis 9 Watt. In der Folge kann die CPU nicht mehr mit voller Kraft arbeiten. Auch eine Änderung der Energieeinstellungen im BIOS führt zu keinem anderen Verhalten. Unser Testgerät ist mit der neuesten BIOS-Version (1.21 aus April 2017) ausgestattet.

Ob der Turbo im Netzbetrieb auch dauerhaft genutzt wird, überprüfen wir, indem wir den Multi-Thread Test des Cinebench R15 für etwa 30 Minuten in einer Dauerschleife laufen lassen. Vom ersten bis zum sechsten Durchlauf sinkt das Resultat um ein paar Prozentpunkte und verbleibt dann auf diesem Niveau. Somit hat man es mit einem leichten Absinken der Leistung zu tun. Verantwortlich hierfür ist das von Lenovo auf 75 Grad Celsius festgelegte CPU-Temperatur-Limit.

Eine schnelle SSD und ein kräftiger Prozessor sorgen für ein flink laufendes System. Problemen sind wir nicht begegnet. Die Resultate in den PC Mark Benchmarks fallen sehr gut aus. Die Gesamtleistung des Rechners kann noch etwas nach oben geschraubt werden. Dafür müsste dem Thinkpad ein zweites Arbeitsspeichermodul spendiert werden.

Als Systemlaufwerk dient eine NVMe-SSD der Firma Samsung. Es handelt sich hier um ein M.2-2280-Modell, das eine Gesamtkapazität von 1 TB bereitstellt. Allerdings steckt die SSD nicht in einem M.2-Steckplatz, sondern ist über einen Adapter an einen SATA-Express-Steckplatz angesteckt. Letzterer stellt den Nachfolger von SATA-III dar. SATA Express kombiniert quasi SATA und PCI Express 3.0, d. h. es können nicht nur NVMe-SSDs an dem Anschluss betrieben werden, sondern auch herkömmliche 2,5-Zoll-SATA-Festplatten. Die Übertragung der Daten wird hier per PCI Express realisiert. Bis zu vier PCIe-3.0-Lanes können verwendet werden. Im Thinkpad kommen zwei Lanes zum Einsatz. In der Folge bleiben die Transferraten der SSD hinter den Möglichkeiten zurück. Nichtsdestotrotz fallen die Werte immer noch sehr gut aus. Die Installation des Samsung-NVMe-Treibers hat keine Auswirkungen auf die Transferraten.

Das Thinkpad bringt die Nvidia Quadro M520 GPU mit. Hierbei handelt es sich sozusagen um die professionelle Variante des bekannten und in vielen Notebooks zum Einsatz kommenden GeForce 940MX Grafikkerns. Letzterer steckt beispielsweise auch in dem 4k-Modell des Thinkpad T570. Unterschiede zwischen Quadro und GeForce finden sich in erster Linie auf Seiten der Software. Nvidia veröffentlicht für Quadro GPUs zertifizierte Treiber, die auf professionelle Anwendungen (z. B. CAD, Visualisierungen) optimiert sind. In der Folge schneiden Quadro GPUs in solchen Anwendungen deutlich besser ab als ihre Consumer-Pendants.

Der Quadro M520 Kern unterstützt DirectX 12 und OpenGL 4.5. Er arbeitet mit einer Basisgeschwindigkeit von 965 MHz. Per Turbo ist eine Steigerung auf bis zu 1.176 MHz möglich. Die GPU kann auf 2.048 MB schnellen GDRR5-Grafikspeicher zurückgreifen. Es ist zum größten Teil dem Speicher zu verdanken, dass die M520 in den von uns durchgeführten GPU-Tests deutlich besser abschneidet als das Vorgängermodell – Quadro M500. Beide GPUs basieren auf Nvidias Maxwell Architektur.

Auf eine Umschaltgrafiklösung (Optimus) muss beim Thinkpad nicht verzichtet werden. Intels HD Graphics 620 Grafikkern ist eingeschaltet.

Um ein Gaming-Notebook handelt es sich beim Thinkpad nicht. Nichtsdestotrotz ermöglicht die verbaute Hardware die Nutzung vieler Spiele. Hohe Auflösungen – gar die volle Auflösung des Bildschirms – können selten bis gar nicht genutzt werden. Die meisten Spiele erreichen bei HD-Auflösung (1.366 x 768 Bildpunkte) und niedrigen bis mittleren Qualitätseinstellungen flüssige Frame-Raten. Das gilt primär für Titel, die keine allzu hohen Anforderungen an die Hardware stellen. Leistungshungrige Titel wie Mass Effect Andromeda erfordern eine Reduzierung von Auflösung und/oder Qualitätsniveau.

Sonderlich viel Lärm erzeugt das Thinkpad nicht. Im Leerlauf steht der Lüfter oftmals still und es herrscht dann Lautlosigkeit. Unter Last dreht der Lüfter auf. Während des Stresstests registrieren wir einen Schalldruckpegel von 39,4 dB. Nähert man sich mit einem Ohr der Tastatur, ist aus dem Inneren des Rechners ein leises elektronisches Spratzeln/Zischen zu hören. Bei normalem Sitzabstand ist es nicht wahrzunehmen. Nichtsdestotrotz sollte dies bei einem Gerät dieser Preisklasse nicht auftreten.

Im Leerlauf messen wir einen maximalen Energiebedarf von 13,5 Watt – ein sehr hoher Wert für ein ULV-Notebook. Verantwortlich hierfür ist der 4k-Bildschirm. Zu Beginn des Stresstests steigt der Wert auf 73,1 Watt. Hier wird das 65-Watt-Netzteil überstrapaziert. Da aber eine Drosselung von CPU und GPU einsetzt, sinkt der Wert. Am Ende Stresstests liegt die Leistungsaufnahme bei 51 Watt.

Das Thinkpad erreicht in unserem praxisnahen WLAN-Test eine Laufzeit von 11:52 h. Wir simulieren hier mittels eines Skripts die Auslastung beim Aufruf von Webseiten. Das Profil “Ausbalanciert” ist aktiv, die Energiesparfunktionen sind deaktiviert, und die Displayhelligkeit wird auf etwa 150 cd/m² geregelt. Den Videotest beendet das P51s nach 11:40 h. Hierbei lassen wir den Kurzfilm Big Buck Bunny (H.264-Kodierung, 1.920 x 1.080 Pixel) in einer Dauerschleife laufen. Das Profil “Energiesparmodus” ist aktiv, die Funkmodule sowie die Energiesparfunktionen sind deaktiviert; die Displayhelligkeit wird auf 150 cd/m² gesenkt.

Wir haben zusätzlich noch einen weiteren Lasttest durchgeführt. Dabei lassen wir den SpecviewPerf-12-Benchmark in einer Dauerschleife laufen. Das Profil “Höchstleistung” ist aktiv. Hier erreicht das Thinkpad eine Laufzeit von knapp 3 h.

Wie das Thinkpad T570 verfügt auch das Thinkpad P51s über einen internen (32 Wh) und einen externen Akku. Unser Testgerät bringt den großkapazitivsten Akku (72 Wh) mit, den Lenovo anbietet. In der Folge liefert der Rechner hervorragende Laufzeiten. Der 72-Wh-Akku steht nach unten hin deutlich über. Somit steht das Thinkpad nicht plan auf der Ablage, sondern ist in Richtung Nutzer geneigt.

Lenovo liefert mit dem Thinkpad P51s eine kompakte, mobile Workstation im 15,6-Zoll-Format. Allerdings sollten sich Käufer darüber bewusst sein, dass die Workstation aufgrund des ULV-Prozessors nur eine eingeschränkte Leistung zu bieten hat. Für ein deutliches Mehr an Leistung muss zu einer Workstation mit Vierkernprozessor gegriffen werden – beispielsweise dem Thinkpad P51.

Es handelt sich beim Thinkpad P51s um das baugleiche Schwestermodell des Thinkpad T570. Somit verfügt das P51s über das gleiche robuste Gehäuse, die guten Eingabegeräte und die vielfältigen Anschlussmöglichkeiten des T570. Auch die Infrarotkamera befindet sich an Bord.

Leider erbt das P51s auch die Schwächen des T570. Da wäre zum einen die CPU-Drosselung im Akkubetrieb. Wir messen im dabei Taktraten von etwa 1,8 bis 2,4 GHz. Die Drosselung führt zu einer Abwertung. Zudem erwärmt sich der Rechner während unseres Stresstests zu stark. Wir registrieren an einem Messpunkt eine Temperatur von 60,8 Grad Celsius – zuviel für ein ULV-Notebook. Besser sieht es auf Seiten der Lärmentwicklung aus. Hier bewegt sich das Thinkpad auf einem normalen Niveau.

Ein Highlight des Rechners stellen die hervorragenden Akkulaufzeiten dar.

In der Summe kommt das P51s auf eine Akkukapazität von 104 Wh (intern: 32 Wh, extern: 72 Wh). Das genügt, um auch ein 4k-Notebook lange am Laufen zu halten. Eine schnelle NVMe-SSD sorgt für ein flink laufendes System. Statt mit einer M.2-NVMe-SSD kann das Notebook auch mit einer 2,5-Zoll-Festplatte bestückt werden. Ein LTE-Modem könnte nachgerüstet werden; unser Testgerät verfügt über einen freien Steckplatz samt zugehörigen Antennen.

Den matten 4k-Bildschirm des P51s kennen wir bereits vom Thinkpad T570. Beide Rechner sind mit dem gleichen Panel bestückt. Der IPS-Bildschirm erfreut mit stabilen Blickwinkeln und einem guten Kontrast. Die Helligkeit geht in Ordnung, dürfte aber höher ausfallen. Leider zeigt das Display bei Helligkeitsstufen von 90 Prozent und darunter PWM-Flimmern.

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