ThinkNews

Test Lenovo ThinkPad X380 Yoga (i5-8250U, FHD) Convertible

Tests, News, Prozessoren (CPUs), Grafikkarten (GPUs), Artikel, Kolumne, Sonstiges

“oder” zu verknüpfen.

Accessory, AMD, Android, Apple, ARM, Audio, Bay Trail, Business, Cannon Lake, Charts, Chinese Tech, Chromebook, Coffee Lake, Console, Convertible / 2-in-1, Cryptocurrency, Cyberlaw, Deal, Desktop, Fail, Gadget, Galaxy Note, Galaxy S, Gamecheck, Gaming, Geforce, Google Nexus / Pixel, How To, Ice Lake, Internet of Things (IoT), iOS, iPad Pro, iPhone, Kaby Lake, Lakefield, Laptop / Notebook, Linux / Unix, MacBook, Monitor, MSI, OnePlus, Phablet, Review Snippet, Rumor, Ryzen (Zen), Security, Smart Home, Smartphone, Smartwatch, Software, Storage, Tablet, ThinkPad, Thunderbolt, Touchscreen, Ultrabook, Virtual Reality (VR) / Augmented Reality (AR), Wearable, Whiskey Lake, Windows, Workstation, XPS

Ticker

Ein weiteres Jahr, ein weiteres Yoga-Modell. Vor Kurzem testeten wir die High-End-Version des Lenovo ThinkPad X380 Yoga – einem 2-in-1-Gerät mit neuem Intel-Kaby-Lake-R-ULV-Prozessor, dem Core i7-8550U. Wir lobten das Gesamtpaket, konnten aber auch einige Schwachstellen lokalisieren. Diese lagen vor allem im Bereich der geringen CPU-Stabilität, zudem gab es Probleme mit Thermal Throttling unter andauernder Last. Für ein Notebook, das den ThinkPad-Namen trägt und für etwa 1.700 Euro zu haben ist, waren diese Werte sehr enttäuschend. Ist die Core-i5-8250U-Version die bessere Wahl?

Als Premium-Convertible konkurriert das ThinkPad X380 Yoga mit Geräten wie dem HP Spectre x360 13, dem Dell Latitude 7390 und dem ThinkPad X1 Yoga 2018 von Lenovo selbst. Wir werden auch das Microsoft Surface Book 2 in unser Vergleichsfeld inkludieren. Da dieses Testgerät eine weitere Konfiguration des bereits getesteten ThinkPad X380 Yoga ist, werden wir hier nicht näher auf externe Faktoren wie das Gehäuse, die Wartungsmöglichkeiten usw. eingehen und uns stattdessen mit den Unterschieden zwischen den beiden Versionen beschäftigen. Los geht’s.

Subpixel-RasterSubpixel-Raster

Der Full-HD-Touchscreen ist dem des vorherigen X380 Yoga sehr ähnlich. Sie haben ähnliche Reaktionszeiten und beide nutzen PWM. Das sollte für die meisten Nutzer zwar kein Problem sein, dennoch möchten wir darauf hinweisen, dass das X1 Yoga und das Latitude 7390 gar kein PWM haben. Abgesehen davon ist das Panel recht gut. Der Bildschirm erreicht eine vernünftige Helligkeit von durchschnittlich 322 cd/m². Die Ausleuchtung ist recht gleichmäßig (91 %) und der Kontrast bei 989:1 auch akzeptabel. Andere Geräte (unter anderem das bereits getestete X380 Yoga) haben jedoch tiefere Schwarzwerte zu bieten. Dennoch können wir unseren Bildschirm kaum kritisieren und sind damit sehr zufrieden.

Auch die Farbgenauigkeit entspricht der des großen Bruders fast haargenau. Im Lieferzustand ist die Farbdarstellung des X380 Yoga schon recht gut – wir konnten einen Delta-E-2000-Wert von 5,77 (Farben) und 7,8 (Graustufen) messen. Andere Convertibles haben hier bessere Werte – nach einer Kalibrierung liegt jedoch wieder das Yoga vorn. Nun hat es eine ausgezeichnete Farbdarstellung und Delta-E-2000-Werte von 1,46 bzw. 1. Im Allgemeinen gelten Delta-E-2000-Werte bis zu 3 als geeignet für professionelle Nutzung.

Die Blickwinkel sind, wie man das von einem IPS-Panel erwarten kann, sehr gut. Aus jeder Blickrichtung werden Text und Bild scharf und korrekt dargestellt. Zwar verliert das Display bei Blickwinkeln von über 60° etwas an Helligkeit, dies verschlechtert aber die allgemeine Lesbarkeit des Bildschirms keineswegs. Wir konnten kaum Backlight Bleeding feststellen – nur in den oberen Ecken gibt es leicht hellere Stellen. Das X380 Yoga hat eine Anti-Reflex-Beschichtung, weshalb das Gerät auch im Freien benutzt werden kann. Scheint starkes Licht schräg auf den Bildschirm, schillert die beschichtete Oberfläche an dieser Stelle.

Aufgrund der enttäuschenden Leistung des i7-X380-Yoga sind wir besonders daran interessiert, wieviel Leistung durch den Wechsel auf einen Core i5 verloren geht. Die Antwort: Nicht viel.

Abgesehen von Anwendungen, die stark von der Prozessorleistung abhängen, ist die Systemleistung ausgezeichnet. Im Office-Bereich, beim Surfen und Abspielen von Videos kommt es zu keinerlei Problemen. Die Kombination aus einem Intel-Quad-Core-Kaby-Lake-R-Prozessor und der unglaublich schnellen PM981-NVMe von Samsung führt zu einem schnell reagierenden Gerät, das keinerlei Wartezeiten fordert. Apps werden fast augenblicklich geöffnet.

Wie bereits erwähnt ist die Samsung-PM981-NVMe schnell und reaktiv. Im CrystalDiskMark-5 erreicht sie Schreibraten von 3,3 und Leseraten von 2,0 GB/s. Die Kapazität von 512 GB sollte für die meisten Nutzer ausreichend sein. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die NVMe-SSD auszubauen (was relativ leicht geht) und mit einem größeren Massenspeicher auszutauschen. Lenovo verkauft auch eine Version mit einer 1-TB-NVME-SSD – die ist jedoch ein wenig teurer.

Hier sieht es ähnlich aus: Das X380 Yoga ist nicht für Gamer geeignet. Ältere Titel wie Bioshock Infinite können zwar abgespielt werden, jedoch nur bei geringen Settings und niedriger Auflösung – alles was darüber ist, frustriert nur. Weniger anspruchsvolle Spiele wie Stardew Valley und andere Indie-Spiele können gespielt werden, doch die neuesten Spiele aus dem Premium-Segment sind unerreichbar.

Wie bereits im Abschnitt zum Prozessor besprochen, kann die Leistung des X380 Yoga bei andauernder Last nicht aufrechterhalten werden. Unter synthetischer CPU-Last (Prime 95) drosselt die CPU für den Großteil des Tests auf 1,3 – 1,6 GHz und erreicht nur zwischenzeitlich den Turbo von 3,4 GHz. Das ist seltsam, da die Temperaturen nie 76 °C übersteigen. Hier gäbe es noch genügend Spielraum für den Prozessor, doch es scheint, als wäre das X380 nicht dafür eingestellt, diesen Spielraum auszunutzen. Beim FurMark ist es ähnlich: Auch wenn die UHD-620-Graphics-iGPU sowieso nicht besonders viel zu bieten hat, sollten die Taktraten höher sein, als gemessen. Die GPU verharrt stur auf der Basistaktrate von 450 MHz. Auch hier sind die Temperaturen gering und bleiben unterhalb von 60 °C.

Laufen Prime95 und FurMark gleichzeitig, verschlechtert sich das Ergebnis weiter. Die CPU taktet hier fast den ganzen Test hindurch mit 700 MHz und will partout keinen Turbo einschalten. Die GPU bleibt auch auf ihrer Basistaktrate. Wieder bleiben die Temperaturen unterhalb von 70 °C. Die Leistung unter Last ist also ungewöhnlich – manche andere Geräte drosseln ihre CPU und/oder GPU zwar auch stark, dies geschieht aber üblicherweise aufgrund von hohen Kerntemperaturen. Es könnte sein, dass Lenovo das X380 Yoga so eingestellt hat, dass jegliche Probleme mit der Temperaturverwaltung vermieden werden. Jedenfalls sind diese Ergebnisse enttäuschend.

LüftergeräuschLüftergeräusch

Das aggressive Throttling hat aber auch eine gute Seite: Der Lüfter bleibt auch unter Last sehr leise. Das Gerät erreicht nie über 38 dB(A). Bei weniger fordernden Aufgaben (Textverarbeitung oder Surfen, z.B.) ist der Lüfter gar nicht in Verwendung und das Gerät läuft fast lautlos. Schalten die Lüfter dann doch ein, bleibt das Geräusch gleichmäßig und fällt nach kurzer Zeit gar nicht mehr auf. Wir konnten kein Spulenfiepen feststellen.

LautsprecherLautsprecher

Die Lautsprecher sind für ein kleines Ultrabook typisch. Sie produzieren einen dünnen, blechernen Sound mit so gut wie keinem Bass. Für das Abspielen von Musik sind sie nicht geeignet, aber für Videotelefonie reichen sie aus. Das Hauptproblem ist die Lautstärke: Bei 68 dB(A) könnten Nutzer in lauten Umgebungen Schwierigkeiten haben, den wiedergegebenen Sound zu verstehen. Wird die Lautstärke auf über 90 % gestellt, kommt auch noch ein nerviges Rattern hinzu. Die Lautsprecher knistern und der verzerrte Klang ist sehr unangenehm. Wir empfehlen eindeutig, Kopfhörer zu verwenden.

Prime95. Sie sehen die leichte Verringerung in der Energieaufnahme nach einer Minute. Die Energieaufnahme ist generell nicht ganz gleichmäßig.Prime95. Sie sehen die leichte Verringerung in der Energieaufnahme nach einer Minute. Die Energieaufnahme ist generell nicht ganz gleichmäßig.

Die Energieaufnahme ähnelt der anderer 2-in-1-Notebooks mit Intel-ULV-CPU. Unter Last verbraucht das Gerät etwa 35 Watt. Beim einstündigen Prime95-Stresstest stellten wir fest, dass das Gerät nach etwa 1 Minute und 15 Sekunden zu drosseln beginnt, was die schwache Leistung in diesem Test erklären würde. Das inkludierte 65-Watt-Netzgerät bietet dem Gerät mehr als genug Strom.

Die Akkulaufzeit ist ausgezeichnet und sollte für die meisten Nutzer gut passen. Das X380 Yoga lief in unserem WLAN-Test (Surfverhalten wird bei Energieprofil “Balanced” simuliert) über 9 Stunden. Der Core i5-8250U mit geringerer Taktrate ermöglicht dieser X380-Yoga-Version in diesem Test eine zusätzliche Stunde Laufzeit. Vielreisende nehmen die geringere Leistung dafür wahrscheinlich gern in Kauf. Das X380 Yoga ist ein effizientes Gerät, das mit den meisten anderen Ultrabook Convertibles gut mithalten kann.

Im Test: Lenovo ThinkPad X380 Yoga. Testgerät zur Verfügung gestellt von Lenovo USAIm Test: Lenovo ThinkPad X380 Yoga. Testgerät zur Verfügung gestellt von Lenovo USA

In unserem ersten Testbericht erreichte das Lenovo X380 Yoga gute Ergebnisse, hatte aber auch mit einigen Schwächen zu kämpfen. Der Core i7-8550U bietet zwar theoretisch um 18 % höhere Taktraten als der Core i5-8250U, das X380 Yoga schien aber davon ein wenig überfordert zu sein. Der 8250U scheint in den meisten Situationen besser für das flexible Gerät geschaffen zu sein. Fast überall liefert unser Testgerät ausgezeichnete Ergebnisse – nur die andauernde CPU-Leistung ist etwas schwach. Das Gehäuse ist stabil und die Anschlussauswahl sehr gut. Die festen Scharniere und die sich einziehende Tastatur machen es auch als Tablet sehr nutzerfreundlich.

Auch im Büro hat das X380 einiges drauf. Das ThinkPad Yoga von Lenovo steht bei Business-Nutzern auf der Suche nach einem verlässlichen Convertible schon lange ganz oben auf der Liste. Allerdings haben seine Mitstreiter mittlerweile aufgeholt und Lenovo in manchen Aspekten sogar schon überholt. Das Spectre x360 13 von HP, zum Beispiel, ist ein wunderschön designtes Gerät, das im Gegensatz zum X380 Yoga nicht unter starkem Throttling leidet. Das Dell Latitude 7390 hat Platz für zwei Massenspeicher und ist trotzdem sehr kompakt gebaut. Microsoft hat das Surface Book 2 mit sehr viel Leistung (für ein Convertible) ausgestattet und hängt alle Mitstreiter bei grafikintensiven Anwendungen locker ab.

Doch natürlich haben auch diese Geräte ihre jeweiligen Schwächen. Das Spectre x360 hat nur eine geringe Port-Auswahl, das Latitude 7390 hat einen schlechten, stark spiegelnden Bildschirm und das Surface Book 2 ist fast unbezahlbar. Das X380 Yoga ist ein vielseitiges Gerät, kommt zu einem vernünftigen Preis und ist in der Bedienung sehr angenehm.

Das X380 Yoga, vor allem die Version mit dem Core i5-8250U, bietet möglicherweise das beste Gesamtpaket aller Business-Convertibles. Natürlich hat es auch manche Schwächen, doch wir möchten gerne das qualitative Gehäuse mit ausgezeichneter Anschlussausstattung, die gute Akkulaufzeit und den schönen, farbgenauen Bildschirm hervorheben. Während andere Convertibles unser Testgerät möglicherweise in einzelnen Aspekten übertreffen, liefert das X380 Yoga in allen Bereichen eine gute, ausgeglichene Leistung.

Source

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.