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Test Lenovo ThinkPad T460s (Core i7, WQHD) Ultrabook – Lenovo ThinkPad Center Basel

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Frischzellenkur für den Klassiker: Mit dem ThinkPad T460s hat Lenovo nun auch das inoffizielle Flaggschiff seiner Business-Baureihe auf Intels aktuelle Skylake Plattform aktualisiert. Schnellere Prozessoren sind jedoch nicht das einzige Highlight des 14-Zöllers: Auch in anderen Punkten wie Gehäuse, Datenträger und Display unterscheidet sich die 2016er Generation teils deutlich vom Vorgänger, wie wir im nachfolgenden Test noch näher beleuchten werden.

Werfen wir zunächst jedoch einen Blick auf die angebotenen Konfigurationen und deren Preisgestaltung: Hierzulande startet das T460s bei rund 1.400 Euro (20F9003SGE) und bietet dafür unter anderem einen Core i5-6200U, 4 GB DDR4-RAM sowie eine 192-GB-SSD. Stärkere CPUs, mehr Speicher und weitere Extras wie ein integriertes LTE-Modul treiben diesen Preis allerdings schnell weiter nach oben – im Falle unseres vollausgestatteten Testgerätes (20FA003GGE) auf stattliche 2.350 Euro. Wer kann, sollte deshalb zu den stark rabattierten Angeboten im Rahmen des Lenovo-Campus-Programmes greifen (verfügbar für Schüler, Studenten und Lehrkräfte). Alternativ zu den diversen vorkonfigurierten Modellen im freien Handel lässt sich das T460s übrigens auch im Online-Shop des Herstellers nach eigenen Wünschen zusammenstellen.

Update 22.02.2017: Mittlerweile ist auch unser Test zum Nachfolgemodell Lenovo Thinkpad T470 verfügbar.

Update 07.03.2017: Ab sofort steht auch unser Testbericht zum schlanken Lenovo Thinkpad T470s bereit.

Konfigurationsübersicht (ohne Education-Rabatt, Auszug):

noch leichter, noch dünner – das neue T460snoch leichter, noch dünner – das neue T460s

Flüchtig betrachtet könnte man meinen, dass das T460s auf dem gleichen Chassis wie das T450s basiert – doch dieser Schein trügt. Tatsächlich hat Lenovo das Gehäuse an mehreren Stellen überarbeitet und dabei vor allem auf eine gesteigerte Mobilität Wert gelegt. So bringt unser Testgerät bei einer Bauhöhe von rund 19 Millimetern nur noch knapp 1,35 Kilogramm auf die Waage, was einer Reduktion um 2 Millimeter respektive rund 250 Gramm Gewichtsersparnis entspricht. Zum Vergleich: Sogar ein MacBook Air im kleineren 13,3-Zoll-Format wiegt praktisch genauso viel. Subjektiv wirkt das kantige ThinkPad massiver als es in Wirklichkeit ist, lässt sich in der Praxis aber auch über längere Zeit problemlos mit einer Hand halten oder auf dem Schoß abstellen.

Eine derart drastische Diät birgt immer die Gefahr, dass Stabilität und Verwindungssteifigkeit unter selbiger leiden. Nicht jedoch in diesem Fall: Ein aufwendiger Materialmix aus Magnesium und kohlefaserverstärkten Kunststoffen – die übrigens mit erstaunlich wertiger Haptik überzeugen – sorgt dafür, dass sich das Gehäuse selbst bei starker Belastung nicht übermäßig verformt. Dies gilt auch für das von zwei präzisen 180-Grad-Scharnieren gehaltene Display, welches mit nur einer Hand geöffnet werden kann, bei Erschütterungen aber dennoch kaum nachschwingt. Lenovo wirbt obendrein mit einer Zertifizierung nach US-Militärnorm MIL-STD-810, führt leider aber nicht genauer aus, welche der zahlreichen Einzeltests (Norm enthält unter anderem Temperatur-, Vibrations-, Staub- und Feuchtigkeittests) das ThinkPad auch wirklich erfolgreich absolviert hat.

In puncto Verarbeitung zeigt das T460s auch im Detail keine Schwächen und besticht mit minimalen Spaltmaßen und passgenauen Materialübergängen. Rein optisch mag manch anderes Ultrabook mit aus dem vollen gefrästen Unibody-Gehäuse vielleicht noch etwas edler erscheinen, doch stehen bei einem professionellen Arbeitsgerät ohnehin eher die praktischen Qualitäten im Vordergrund. So erweist sich die glatte, matt-graue Oberfläche als unanfällig gegenüber Fingerabdrücken, Staub und kleineren Kratzern und lässt sich mit einem feuchten Tuch schnell und einfach reinigen.

durchschnittlich flotter SD-Leser (Toshiba Exceria Pro UHS-II)durchschnittlich flotter SD-Leser (Toshiba Exceria Pro UHS-II)

Genau wie beim T560 hat Lenovo auch beim T460s die antiquierte VGA-Buchse aussortiert und durch einen modernen HDMI-Ausgang ersetzt. Da Skylake allerdings nur HDMI 1.4, nicht jedoch den neuesten HDMI-2.0-Standard beherrscht, bleibt die Auflösung eines darüber angeschlossenen Monitors auf 2.560 x 1.440 Pixel (60 Hz) beziehungsweise 3.840 x 2.160 Pixel (30 Hz) beschränkt. Mittels Mini-DisplayPort 1.2 können aber auch 4K-Displays mit vollen 60 Hz angesteuert werden.

Darüber hinaus entspricht das Schnittstellenangebot dem des T450s, wobei Lenovo die Anordnung der einzelnen Anschlüsse leicht modifiziert hat. Zwei der drei USB-3.0-Ports befinden sich nun zusammen mit den Display-Ausgängen sowie Gbit-LAN auf der rechten Gehäuseseite, Kartenleser und Headset-Buchse sind in den vorderen Bereich der linken Seite gerückt. Insgesamt wirkt das Layout durchdacht und ergonomisch, alle wichtigen Ports sind für den Anwender gut erreichbar.

Wird das T460s vorwiegend stationär eingesetzt, empfiehlt sich der Kauf einer externen Docking-Station, die unten an das ThinkPad angesteckt werden kann. Beispielhaft sei hier das rund 150 Euro teure ThinkPad Pro Dock erwähnt, welches unter anderem 6 zusätzliche USB-Ports, diverse Displayausgänge und viele weitere Anschlussoptionen bereitstellt.

exzellente WLAN-Performanceexzellente WLAN-Performance

Intels aktueller High-End-Funkadapter hört auf den Namen Wireless-AC 8260 und unterstützt neben WLAN nach 802.11a/b/g/n/ac nun auch Bluetooth in Version 4.2. Obwohl sich an der maximalen Bruttodatenrate von 867 Mbit/s (2×2 802.11ac) im Vergleich zu den Vorgängern Wireless-AC 7260/7265 formal nichts geändert hat, erzielt der Adapter in unseren Messungen mit gut 70 MB/s (TP-Link Archer C7, kurze Distanz) neue Rekordergebnisse. Reichweite und Verbindungsstabilität können wir ebenso als überdurchschnittlich gut loben. Unterwegs bleibt unser T460s Modell über ein WWAN-Modul von Huawei online, welches neben Datenübertragungen per UMTS/HSPA/LTE auch GNSS-Ortungsdienste (z. B. GPS) beherrscht.

Fast schon gewohnt bescheiden fällt die Qualität der Webcam aus, deren 0,9-Megapixel-Sensor detailarme und blasse Bilder mit sichtbarem Rauschen liefert. Weitaus besser schlägt sich das zugehörige Dual-Array-Mikrofon mit exzellenter Sprachverständlichkeit – für Skype & Co. kann somit oftmals auf ein externes Headset verzichtet werden.

Sicherheit

Das T460s macht Schluss mit kryptischen Passwörtern – zur sicheren Anmeldung genügt der Finger des Anwenders. Einen Fingerprint Reader gab es zwar bereits bei früheren ThinkPads, doch kommt bei dieser Modellgeneration erstmals ein moderner Touch- statt eines klassischen Swype-Sensors zum Einsatz. Ein kurzes Auftippen der Fingerspitze genügt, um das Gerät im Bruchteil einer Sekunde zu entsperren und den Desktop sichtbar zu machen. Einfach, zuverlässig und schnell.

Auch darüber hinaus lässt unser Proband keine Wünsche offen und glänzt mit integriertem TPM, vPro-Unterstützung, Smartcard-Leser, Kensington Lock sowie optionaler Passwort-Sicherung für Systemstart, Festplatte und BIOS. Hier zeigt sich einmal mehr der Grund für den Aufpreis zur ThinkPad-E- und -L-Serie.

Zubehör

Das beigelegte Zubehör beschränkt sich auf ein passendes Netzteil (65 Watt, 45 Watt bei kleineren Konfigurationen) sowie die übliche Schnellstart-Anleitung. Vermisst haben wir dennoch nichts: Das vorinstallierte Windows 7 Professional ließ sich im Test ohne Probleme auf Windows 10 Pro upgraden, für eine etwaige Neuinstallation sind sämtliche Treiber und Handbücher aber auch auf der Support-Webseite des Herstellers zu finden. Genauere Informationen über zusätzlich erwerbbare Extras, beispielsweise die bereits angesprochene Docking-Station, werden wir zu einem späteren Zeitpunkt in weiteren Artikeln nachreichen.

Wartung

keine freien Steckplätze verfügbarkeine freien Steckplätze verfügbar

Ebenso wie dem kürzlich getesteten ThinkPad T560 fehlt auch dem T460s ein dedizierter Wartungszugang. Da die Bodenplatte jedoch nur von fünf Schrauben gehalten wird und sich nach dem Lösen derselben einfach abnehmen lässt, sollten auch weniger versierte Anwender das Gerät ohne Beschädigungsgefahr öffnen können. Im Inneren erwarten uns gleich mehrere Überraschungen: Zum einen hat Lenovo jeglichen 2,5-Zoll-Schacht gestrichen und setzt ausschließlich auf SSDs im M.2-2280-Format. Leider schweigt sich der Hersteller darüber aus, ob auch jedes Modell schnelle PCIe-3.0-SSDs unterstützt – bei einigen Konfigurationen könnte der M.2-Slot womöglich nur per SATA angebunden sein. Zum anderen erstaunt uns, dass nunmehr beide Akkus im Gehäuse verschraubt sind; beim T450s wurde einer der beiden Speicher extern angesteckt und konnte im Betrieb getauscht werden.

Darüber hinaus verfügt das ThinkPad lediglich über einen DDR4-Steckplatz (belegt) sowie die Slots für WLAN- und WWAN-Karte (belegt). Weitere 4 GB RAM und der Prozessor wurden fest verlötet. Lobenswert: Lüfter und Kühlkörper sind direkt zugänglich und somit leicht zu reinigen.

Garantie

Bereits ab Werk gewährt Lenovo Käufern des T460s eine 3-jährige Herstellergarantie, die sich für vergleichsweise kleines Geld weiter verlängern lässt. Schon für 60 Euro ist ein Upgrade auf insgesamt 4 Jahre möglich, 5 Jahre Vor-Ort-Service schlagen mit ebenfalls sehr fairen 120 Euro zu Buche. Teurer wird es, falls zusätzliche Dienstleistungen oder Versicherungen (z. B. Unfallschutz) gewünscht sind.

Tastatur

Über die viel gepriesenen Qualitäten der ThinkPad Tastatur (welche sich zwischen den einzelnen Modellreihen E/L/T/X allerdings leicht unterscheidet) müssten wir eigentlich nicht mehr viele Worte verlieren – dennoch wollen wir an dieser Stellen noch einmal die wichtigsten Fakten zusammentragen. Zentrales Highlight ist zweifellos der extrem knackige und langhubige Druckpunkt, der dem Keyboard sein mechanisch-sattes Feedback verleiht. Auch ansonsten können wir praktisch keine Kritikpunkte anbringen: Die verwendeten Kunststoffe hinterlassen einen hochwertigen und griffigen Eindruck, die Stabilität des Unterbaus ist trotz der leichtgewichtigen Bauweise tadellos, konkav gewölbte Buchstaben (16 x 16 mm) sorgen für Treffsicherheit, und eine zweistufige LED-Beleuchtung garantiert stets perfekte Ablesbarkeit. Wer sich an der traditionell vertauschten Anordnung von Fn- und Strg-Taste stört, kann dies im BIOS umkonfigurieren; ebenso lässt sich hier einstellen, ob die Funktionsleiste standardmäßig mit den Tasten F1 bis F12 oder diversen Sonderfunktionen belegt sein soll.

Touchpad und Trackpoint

Das bei seiner Einführung noch kontrovers diskutierte Touchpad hat sich über die vergangenen Generationen stetig weiterentwickelt. In seiner aktuellen Ausprägung überzeugt das Eingabegerät mit einer glatten und gleitfreudigen Oberfläche sowie hoher Präzision, vor allem aber den sehr feinfühlig ansprechenden Multitouch-Gesten (bis zu 4 Finger). Diese lassen sich, ebenso wie praktisch jede andere Eigenschaft des Pads, im Treiber-Panel bis ins kleinste Detail an die persönlichen Vorlieben anpassen. Weiterhin kritisch sehen wir dagegen die sogenannte Clickpad-Bauweise: Noch immer kämpft man im Alltag gelegentlich mit dem Problem, dass der Mauszeiger während eines Klicks leicht verrutscht, da der Tastenbereich selbst Teil der Eingabefläche ist. Ein lästiger Makel, der sich jedoch dadurch umgehen lässt, indem man auf die eigentlich zum Trackpoint gehörenden Tasten oberhalb des Pads zurückgreift. Diese lösen im Übrigen auch deutlich sanfter und leiser als die eher knackig-harten Touchpad-Buttons aus.

Der Trackpoint selbst mag bei ThinkPad-Neulingen zunächst eine gewisse Eingewöhnung erfordern, erweist sich im Anschluss aber als mindestens ebenso schnelle und präzise Eingabealternative.

Bereits im Basismodell des T460s kommt ein hochwertiges IPS-Display mit 1.920 x 1.080 Pixeln (157 ppi) zum Einsatz, in unserem Testgerät steckt sogar ein WQHD-Panel mit satten 2.560 x 1.440 Pixeln (210 ppi). Die stattliche Auflösung sorgt in Verbindung mit der Bilddiagonale von 14,0 Zoll für eine gestochen scharfe Darstellung, die auch aus kürzester Entfernung keine einzelnen Bildpunkte erkennen lässt. Zur Wahrung einer akzeptablen Schriftgröße empfiehlt es sich allerdings, in den Windows Anzeigeeinstellungen einen Skalierungsfaktor von etwa 150 Prozent zu wählen.

Neben der feineren Auflösung verspricht das WQHD-Panel mit 300 cd/m² zudem eine höhere Maximalhelligkeit als das Full-HD-Modell, welches nur 250 cd/m² erreichen soll. So steht es zumindest im Datenblatt – in der Praxis messen wir selbst in der Bildmitte lediglich 257 cd/m² (WQHD-Modell) respektive 226 cd/m² (Full-HD-Modell). Obwohl auch dies in den meisten Situationen vollkommen ausreichen sollte, ist eine derartige Diskrepanz zwischen Herstellerangabe und Realität stets als kritisch anzusehen; wenn sich gewisse Fertigungsschwankungen nicht ausschließen lassen, sollte von vornherein ein niedrigerer Wert beworben werden. Im Vergleich mit der Konkurrenz von HP und Dell, die jeweils weit über 350 cd/m² stemmt, steht Lenovo in dieser Disziplin jedenfalls auf verlorenem Posten. Immerhin zeigt das Display eine sehr gleichmäßige Ausleuchtung und keinerlei störendes Backlight Bleeding beziehungsweise Clouding.

Unterhalb der Maximalhelligkeit kommt beim T460s eine sogenannte PWM-Regelung zum Einsatz, die das LED-Backlight zur Steuerung der Leuchtdichte periodisch ein- und ausschaltet (Frequenz: 220 Hz). Empfindliche Nutzer könnten dadurch ein leichtes Flimmern wahrnehmen, wenngleich wir im Test subjektiv keine Beeinträchtigungen bemerkt haben. Der eher mittelmäßigen Helligkeit steht ein sehr satter Schwarzwert (0,26 cd/m²) gegenüber, sodass sich ein IPS-typisch hohes Kontrastverhältnis (988:1) ergibt.

Bereits im Werkszustand gibt das Display Farben (Delta E 4,6) und Graustufen (Delta E 6,4) mit akzeptabler Genauigkeit wieder. Ihr eigentliches Potential zeigt die Anzeige aber erst nach unserer Kalibrierung, welche die Delta-E-Abweichungen auf ein beeindruckend niedriges Niveau absenkt (Farben: 1,1; Graustufen: 0,8). Da kommt selbst manches Workstation Notebook nicht mit, zumal auch der verfügbare Farbraum überdurchschnittlich groß ausfällt. Der wichtige sRGB-Standard wird praktisch perfekt abgedeckt, sodass der professionellen Grafik- und Bildbearbeitung nichts im Wege steht.

Dank sorgfältig entspiegelter Bildoberfläche können wir das T460s als prinzipiell außentauglich bezeichnen, allerdings muss der Anwender je nach Tageszeit und Wetter mit gewissen Einschränkungen rechnen. Rund 250 cd/m² Bildhelligkeit sind das absolute Minimum dessen, was wir bei einem mobil genutzten Ultrabook voraussetzen – dass ein gut 2.000 Euro teurer High-End-Bolide diesen Wert nur knapp erreicht, enttäuscht schon ein wenig. Abermals sei auf die Konkurrenz von Dell und HP verwiesen, die das ThinkPad diesbezüglich klar übertrifft.

Blickwinkel Lenovo ThinkPad T460s-20FA003GGEBlickwinkel Lenovo ThinkPad T460s-20FA003GGE

Billige und qualitativ minderwertige TN-Panels hat Lenovo beim T460s vollständig aussortiert – sowohl das Full-HD- als auch das hier vorliegende WQHD-Display basieren, wie bereits angesprochen, auf der IPS-Technologie. Selbige sorgt nicht nur für ein hohes Kontrastverhältnis und satte Farben, sondern auch eine weitgehend stabile Darstellung unabhängig vom Betrachtungswinkel. Erst bei extrem außermittigen Positionen beobachten wir einen sichtbaren Kontrastabfall, der jedoch ohne Auswirkungen auf die Erkennbarkeit des Bildinhaltes bleibt.

3,4 GHz maximale Turbo-Taktrate3,4 GHz maximale Turbo-Taktrate

Lenovo setzt beim T460s weiterhin auf sparsame ULV-Prozessoren von Intel, die nunmehr aber der aktuellen Skylake Generation entstammen. Im Vergleich zum ebenfalls in 14-Nanometer-Technik gefertigten Vorgänger Broadwell rechnet Skylake bei gleichem Takt etwa 5 Prozent flotter und zeigt zudem teils beachtliche Effizienzsteigerungen. Die Bandbreite der angebotenen CPUs reicht vom Core i5-6200U (2,3-2,8 GHz) bis hin zum hier verbauten Core i7-6600U (2,6-3,4 GHz), der gleichzeitig das Topmodell der (regulären) 15-Watt-Serie repräsentiert. Darüber rangieren allerdings noch einige Sondermodelle wie der Core i7-6650U, die bei ähnlicher CPU-Leistung die deutlich stärkere GPU (Iris Graphics 540, 48 EUs + eDRAM) aufweisen. Sämtliche für das ThinkPad verfügbare Prozessoren integrieren lediglich die langsamere HD Graphics 520 (24 EUs, kein eDRAM).

Skylake arbeitet sowohl mit herkömmlichem DDR3(L)-/LPDDR3- als auch modernem DDR4-Speicher zusammen, wobei Letzterer bei tendenziell geringerer Leistungsaufnahme die deutlich höhere Bandbreite bereitstellt. Im Falle unseres T460s hat Lenovo 4 GB DDR4-2133 fest auf dem Board verlötet, weitere 8 GB stecken im einzigen DIMM-Slot des Gerätes (Dual-Channel-Betrieb). Offiziell lässt sich das Notebook unter Verwendung eines 16-GB-Modules folglich auf bis zu 20 GB aufrüsten; mit zukünftigen 32-GB-Modulen könnten unter Umständen auch 36 GB möglich sein.

Wartezeiten ade – dank rasanter PCIe-SSDWartezeiten ade – dank rasanter PCIe-SSD

Ausgerüstet mit einer High-End-CPU, reichlich DDR4-Speicher und einer mehr als rasanten SSD ist das T460s beinahe zu schade, um es mit Office-Anwendungen und Browsing zu langweilen. Vielmehr schreit das ThinkPad geradezu danach, als vollwertiges Arbeitsgerät einen externen (4K-)Monitor mit anspruchsvoller Software und exzessivem Multitasking zu befeuern. Wir sehen lediglich zwei Situationen, in denen der Anwender an die Grenzen der Hardware stoßen wird: Zum einen betrifft dies gut parallelisierte und stark CPU-lastige Programme (z. B. Videobearbeitung oder -schnitt, Simulations-Software), die mit einem Quad-Core-Prozessor wie im Schwestermodell ThinkPad T460p zwischen 50 und 100 Prozent zulegen könnten. Zum anderen verfügt die HD Graphics 520 nur über begrenzte Leistungsreserven, wenngleich einfache 3D-Anwendungen und sogar kleinere CAD-Projekte ohne Weiteres bewältigt werden.

Leistungsreserven für kleinere CAD-ProjekteLeistungsreserven für kleinere CAD-Projekte

Auf die soeben angesprochene HD Graphics 520 wollen wir nun noch einen etwas genaueren Blick werfen. Dank diverser architektonischer Verbesserungen (Intel-Gen9-Architektur), gestiegener Taktraten und der höheren Bandbreite des DDR4-Speichers kann sich die GPU im 3DMark etwa 20 Prozent vom Vorgänger HD Graphics 5500 (Broadwell, Intel-Gen8-Architektur) absetzen. Auch wenn man derlei Zugewinne natürlich gerne mitnimmt, so ist dies doch letztlich kaum mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein: Schon eine dedizierte Low-End-GPU wie die GeForce 920M rechnet gut 30 Prozent schneller, die optionale GeForce 940M des ThinkPad T450s sogar rund 70 Prozent. Kurioserweise bietet Lenovo im T460s lediglich die leicht schwächere GeForce 930M an, und dies auch ausschließlich bei ausgewählten Konfigurationen für den nordamerikanischen Markt.

Die vermutlich beste und effizienteste Lösung wäre jedoch gewesen, das ThinkPad – zumindest gegen Aufpreis – mit CPU-Modellen der Iris-Graphics-Serie auszustatten. Wie das Surface Pro 4 von Microsoft beweist, erreicht die Iris Graphics 540 im Core i7-6650U ebenfalls in etwa das Level der GeForce 930M bis 940M. Da die Mehrleistung der Iris 540 in erster Linie aus ihrem schnellen eDRAM-Cache sowie einem breiteren Design mit doppelt so vielen Shadern resultiert, weist der i7-6650U gleichzeitig keine höhere Leistungsaufnahme als der i7-6600U auf.

Abschließend noch ein Wort zur CAD-Performance der HD Graphics 520: Anscheinend hat Intel diesbezüglich diverse (Treiber-)Optimierungen vorgenommen, da das Performance-Plus auf die HD Graphics 5500 in einigen Teildisizplinen des SPECviewperf 12 (Medical, SolidWorks) besonders groß ausfällt. Sogar die GeForce 940M wird hier mit teils beachtlichem Abstand in die Schranken gewiesen.

In Anbetracht der mäßigen 3D-Leistung stellt das T460s nicht unbedingt die erste Wahl für Spiele-Fans dar, wenngleich sich zumindest einige ältere Titel wie Counter-Strike: Global Offensive in mittleren Einstellungen flüssig spielen lassen. An aktuellen Krachern à la Rise of the Tomb Raider beißt sich die HD 520 allerdings selbst in XGA-Auflösung und minimaler Detailstufe die Zähne aus. Viele weitere Benchmarks der Intel GPU können in unserer Datenbank nachgeschlagen werden.

Frequenzgang Lüfter (Leerlauf, Teillast, Volllast)Frequenzgang Lüfter (Leerlauf, Teillast, Volllast)

Nicht nur im Leerlauf, sondern auch bei Office-Tätigkeiten oder Browsing schaltet sich der Lüfter meist vollständig ab und macht aus dem T460s ein absolut lautloses Arbeitsgerät. Springt die Kühlung bei langanhaltender, starker Hardware-Auslastung dann doch einmal an, überschreitet der Lärmpegel kaum die 33-dB(A)-Marke – in vielen Büroräumen ist das Notebook damit aus üblichem Sitzabstand fast nicht zu hören. Einzig im praxisfernen Stresstest macht das ThinkPad mit 38,5 dB(A) etwas nachdrücklicher auf sich aufmerksam, ohne dass wir das gleichmäßige Rauschen (hauptsächlich im Bereich zwischen 2 und 4 kHz) jedoch als übermäßig störend bezeichnen würden. Zwar war der Vorgänger unter Volllast sogar noch etwas leiser, doch stellt die 25-Watt-CPU des T460s (T450s: 15 Watt) auch spürbar höhere Leistungsreserven bereit.

Ungeachtet der angepassten Prozessor-TDP und den niedrigen Lüfterdrehzahlen hat Lenovo die Temperaturentwicklung beim T460s gut im Griff. Selbst bei paralleler Belastung mit Prime95 und FurMark erreicht das Gehäuse nur an zwei Messpunkten Werte um 40 °C, ansonsten wird das ThinkPad allenfalls handwarm und kann somit ohne Einschränkungen auf dem Schoß betrieben werden – für ein derart schlankes und performantes Ultrabook eine höchst beachtliche Leistung.

Beim Blick auf die Sensorwerte der Hardware zeigt sich, dass der Hersteller dafür ein wenig tricksen musste: Konstant 25 Watt kann der kleine Chip-Kühler anscheinend doch nicht abführen, weshalb der GPU-Takt nach längerer Laufzeit in unregelmäßigen Abständen zwischen Minimal- (300 MHz, 20 Watt, etwa 70 °C Kerntemperatur) und Maximalfrequenz (1.050 MHz, 25 Watt, etwa 75 °C Kerntemperatur) pendelt. Der Prozessor hält dagegen stabil seine Basisfrequenz von 2,6 GHz. Konkurrenten mit standardmäßiger 15-Watt-TDP zeigen bei vergleichbarer Belastung deutlich stärkere Takteinbrüche.

Praktische Auswirkungen sind durch das beschriebene Verhalten nicht zu befürchten: Selbst 3D-Spiele beanspruchen Prozessor und Grafikeinheit weit weniger als unser Stresstest, sodass der Core i7 meist ohnehin höchstens 20 Watt aufnimmt und seinen Turbo Boost stets vollumfänglich ausreizt.

Frequenzgang Lautsprecher (aus, halbe Lautstärke, Maximal-Lautstärke)Frequenzgang Lautsprecher (aus, halbe Lautstärke, Maximal-Lautstärke)

Offenbar hat Lenovo dem T460s im Zuge der Gehäuseüberarbeitung auch neue Lautsprecher spendiert, die mess- und hörbar mehr Tiefgang als beim T450s aufweisen. Bis etwa 250 Hz spielen die kleinen Boxen erstaunlich linear, erst bei tieferen Frequenzen fällt der Pegel rapide ab. Subjektiv würden wir den Klang als recht ausgewogen und kräftig charakterisieren, sogar Bässe sind – zumindest in Ansätzen – erkennbar. Leider reichen die Pegelreserven von maximal 77 dB(A) schwerlich zur Beschallung größerer Räume aus, sodass gegebenenfalls auf ein externes Soundsystem zurückgegriffen werden sollte. Anbinden lässt sich ein solches entweder digital (HDMI/DisplayPort) oder klassisch per 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse, die ein sauberes, für sehr hochohmige Kopfhörer aber nur bedingt ausreichend leistungsstarkes Analogsignal liefert.

Mit 3,8-7,8 Watt liegt der Minimalverbrauch unseres T460s leicht über dem des Vorgängers, was aber hauptsächlich auf die höhere Displayauflösung zurückzuführen ist. Bei praxisnaher Nutzung mit niedriger bis mittlerer Hardware-Auslastung sollten dagegen die Effizienzvorteile der Skylake Plattform überwiegen.

Auf den ersten Blick überraschend hoch mag die Leistungsaufnahme unter Volllast erscheinen, die sich auf 36,3 (3DMark06) bis 46 Watt (Stresstest) beziffert und damit gut 10 Watt über vergleichbaren Ultrabooks liegt. Zieht man allerdings die erhöhte TDP-Einstellung des Prozessors in Betracht, bewegt sich das ThinkPad exakt auf dem theoretisch zu erwartenden Niveau. Um dem gestiegenen Verbrauch Rechnung zu tragen, hat Lenovo das Netzteil von 45 auf 65 Watt vergrößert, sodass der Akku auch unter Volllast parallel geladen werden kann.

Nach gut einer Woche umfangreichen Testens steht fest: Das ThinkPad T460s ist mehr als ein langweiliges Skylake-Update des letztjährigen T450s – und für uns jetzt schon eines der besten Business-Notebooks des Jahres 2016.

Obwohl optisch kaum verändert, präsentiert sich das T460s als komplette Neukonstruktion mit einem nochmals dünneren und leichteren Chassis. Dessen Verarbeitung und Stabilität können auch den hohen Ansprüchen, die an ein Notebook weit jenseits der 1.000-Euro-Marke gestellt werden, problemlos genügen. Gleiches gilt für die Eingabegeräte: Wer eine Tastatur mit möglichst sattem Druckpunkt sucht, findet derzeit kaum eine bessere Alternative. Das Touch-/Clickpad mag dieses hohe Niveau noch nicht ganz erreicht haben, gibt in Verbindung mit dem Trackpoint aber ebenfalls eine solide Vorstellung ab.

Update 22.02.2017: Mittlerweile ist auch unser Test zum Nachfolgemodell Lenovo Thinkpad T470 verfügbar.

Update 07.03.2017: Ab sofort steht auch unser Testbericht zum schlanken Lenovo Thinkpad T470s bereit.

Nochmals explizit hervorheben wollen wir die grandiose Anwendungsleistung unserer – zugegebenermaßen nicht gerade günstigen – High-End-Konfiguration. Befreit von jeglichen TDP-Fesseln schwingt sich der Core i7-6600U zu erstaunlichen Höchstleistungen auf, ohne dass Lautstärke und Temperaturentwicklung darunter übermäßig leiden würden. In Kombination mit einer SSD, deren Transferraten bei bis zu 2 GB/s liegen, sowie 12 GB schnellem DDR4-Speicher werden selbst anspruchsvolle Programme mühelos bewältigt. Die integrierte Grafikeinheit liefert zumindest in älteren Spielen und bei kleineren CAD-Modellen akzeptable Frameraten ab.

Unsere wenigen Kritikpunkte beziehen sich vor allem auf die Kehrseiten der neuen Gehäusekonstruktion, die weder Platz für ein 2,5-Zoll-Laufwerk noch einen größeren Akku bietet. Einen modernen USB-Typ-C-Port oder ein noch etwas helleres Display hätte Lenovo dagegen durchaus verbauen können – hier liefert manches preiswertere Consumer-Gerät bessere Leistungen ab. Den insgesamt hervorragenden Gesamteindruck trübt das jedoch kaum; wer den erforderlichen Kaufpreis von derzeit rund 2.350 Euro investieren kann und will sowie einen vergleichenden Blick auf die Konkurrenz von HP und Dell geworfen hat, darf deshalb bedenkenlos zuschlagen.

Hinweis: Das von notebooksandmore.de stammende Testgerät steht uns für die kommenden 12 Monate als Dauerleihgabe zur Verfügung. In dieser Zeit wollen wir uns unter anderem mit Langzeituntersuchungen zu Verarbeitung und Akkulaufzeit, dem Test externer Docking-Stations, dem Anschluss von 4K-Displays sowie der Linux-Kompatibilität befassen. Wir freuen uns über weitere Anregungen für zusätzliche Untersuchungen!

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